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Wie riecht es? Wie fühlt es sich an? Welche Erinnerungen weckt es in uns? Warum haben wir Angst vor diesem Element, aus dem wir doch stammen und zu dem wir wieder zurückkehren?
Alle diese Fragen -und noch viele andere- werden in John von Düffels ..... erschienenen Roman "Vom Wasser" ihre Antwort finden.
Sollten Sie diese absolut erstaunliche Geschichte einer Familie über mehrere Generationen hinweg noch nicht gelesen haben, wird es höchste Zeit: diese Paierfabrikantensaga wird vom Rhythmus der Flyussläufe bestimmt, was der Autor mit leidenschaft untd Talent erzählt. Und das besonders Faszinierende ist, dass es  hier um Flüsse, im Flusslandschaften geht, in Stimmungsbildern, die manchmal an die großartigen Naturbeschreibungen unserer deutschen Romanitiker erinnern.
Hier gibt es den "Harkemann", böswilliger Neptun des Süßwassers, der die Menschen ins feuchte Grab hinabzieht, die unzähligen freudensprünge der Forellen, melancholisch und fröhlisch plätschernde Flüsse, deren Lauf Liebesgeschichten begleiten: selten hat jemand die welt des Wassers mit solcher Eindringlichkeit geschildert. Gaston bachelard hätte seine Freude an diesem buch gehabt: wasser als "poetischer Zustand", in das der Leser mit viel Begeisterung eintauchen kann - hier einige "Flusszeilen": 

"Es gibt eine besondere Verbindung von Wasser und Geruch. Wenn nach einer langen Zeit der Trockenheit zum ersten mal wieder Regen fällt und wir hinaus auf die Straße treten, dann wirkt die Luft nicht nur frischer und wie gereinigt. Sie ist voll von Gerüchen. Der auf dem Asphalt verdampfende Regen, die getränkte Erde, das Gras, das Laub, alles fängt nach diesem Wasserguss wieder an zu riechen. Und ein großer Teil der Klarheit und der Frische, die wir nach einem solchen Guss empfinden, rührt daher, dass uns das Wasser die Dimension des Geruchs zurückgegeben hat. Wir nehmen alles stärker, kräftiger wahr, nicht nur weil die Farbe satter, die Kontraste schärfer sind, sondern auch, weil wir die Dinge wieder riechen. Das Wasser hat uns von unserer Geruchsblindheit befreit. Und wir nehmen die Welt wieder mit allen fünf Sinnen wahr.
Und ich rieche das Wasser selbst: grünes, wildes Wasser, das in einem breiten Strom wirbelnd dahinfließt. Noch bevor ich mich setze und schaue, noch bevor ich das Wasser gesehen habe, rieche ich seine kühle Frische, diesen Atem des Wassers in der frühlingshaften Luft, rieche, wie das Aufschwappen der Wellen an den Rändern des Flussbettes die Steine dazu bringt, ihren gewölbe-ähnlichen Geruch auszuströmen, benetzt von Wasser, beschienen von einer blassen Frühjahrssonne. Und dann sehe ich, wie das Wasser mit leichtem Wellenschlag den Steinen in alle Poren kriecht und ihnen ihre volle Färbung wiedergibt und ihren eigenen Geruch, den Atem des Wassers und der Steine. Und ich setze mich ans Ufer und schaue aufs Wasser, das frühjahrsgrün dahinfließt, mit unzähligen knospenartigen kleinen Strudeln, die ineinander spielen, aufquellen und sich trollen, im März, kurz vor Basel, am Rhein.
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