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4 avril 2010 7 04 /04 /avril /2010 15:57

osterhase_cartoon.jpgEin fröhliches Osterfest für alle kleinen und großen Hasen, die hoffentlich  den Schokoladengenuss in diesen zwei Tagen nicht mit einer Magenverstimmung bezahlen müsse!!!! In Frankreich bringen ja bekanntlich die "cloches" (die Glocken also) die Eier und die Schokolade, es sind dieselben, die auch nach Rom fahren (wobei ich mir hier jede ironische Anspielung auf eine andere Bedeutung des Wortes verbiete...). Hier in Nordfrankreich habe ich schon früh die Bekanntschaft eines reizenden Huhns mit dem wohlklingenden Namen "Marie Pontoise gemacht, das nach seiner Rückkehr aus der heiligen Stadt die Eier für die Kinder im Gras versteckt. Eigentlich handelt es sich hier um ein belgisches Geflügel, aber, wie jeder weiß, vermischen sich die Traditionen gern in Grenzregionen. Ich für meinen Teil fühle mich eher zu Hasen und Hühnern hingezogen als zu Glocken...na ja, jedem das Seine!

Aber vor allem schöne und erholsame Osterferien für alle ermüdeten Schüler (und Lehrer), die sehnsüchtig die ersten Sonnenstrahlen eines verspäteten Frühlings erwarten - wie immer noch ein paar Lesetips für die Ferien: kein deutsches Buch, aber der eben erschienene Bericht der französischen Journalistin Florence Aubenas "Le quai d'Ouistreham", ein fesselndes Dokument über den harten Alltag der Frauen, die für einen Hungerlohn bereit sind, die undankbarsten Aufgaben in Putzkolonnen zu übernehmen. Wie Günter Wallraff ist Florence Aubenas einige Monate lang in die Haut einer Arbeitslosen geschlüpft, um an Ort und Stelle -und am eigenen Leib- zu spüren, wie diese Frauen -und Männer- von einem gnadenlosen liberalen Wirtschaftssystem ausgebeutet werden. Man sollte es übrigens auch wegen seiner literarischen Qualität lesen........

Und da ich gerade von Florence Aubenas spreche: sie hat kürzlich in einer Radiosendung ihre Lieblingsbücher vorgestellt; dabei bin ich buchstäblich aus allen Wolken gefallen, da ihre Auswahl einigen meiner Lieblingslektüren entspricht!!!

"Der Fall Maurizius" (1928) ist der wohl bekannteste Roman von Jakob Wassermann ("L'affaire Maurizius), in dem der sechzehnjährige Gymnasiast Etzel die Wahrheit über die Vergangenheit seines von allen gefürchteten Vaters, dem Oberstaatsanwalt Andergast, herausfinden will. Dieses Buch ist nicht nur vom historischen Standpunkt aus gesehen interessant, aber auch sein Aufbau als äußerst verwickelte Kriminalgeschichte macht ihn lesenswert.

"Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" (1899) bleibt eine der schönsten Erzählungen R.M. Rilkes, eine brillante lyrische Prosa, die das kurze Leben und den Tod eines jungen Soldaten im Türkenkrieg von 1663 schildert.

Und schließlich sollte man auch Elfriede Jelineks "Die Ausgesperrten" (1980) nicht vergessen, meiner Meinung nach eines ihrer besten  Bücher, in dem -nach einer authentischen Geschichte- der Fall (im wahrsten Sinne des Wortes) einer österreichischen Jugendbande erzählt wird, die in der Nachkriegszeit  in Wien ihr Unwesen treibt und auf ihre Weise eine Art Vergangenheitsbewältigung betreibt.....

Angenehme Lektüre! (auch wenn das -zumindest für Jelinek- nicht wirklich ihre Absicht ist....)        

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