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30 mars 2009 1 30 /03 /mars /2009 14:52


Dass Brecht ein großer Frauenliebhaber war, wissen die meisten seiner Anhänger - einige seiner Liebesgedichte gehören zu den schönsten der deutschen Literatur und verdienen es, auswendig gelernt zu werden! Der melancholische Ton der "Erinnerung an die Marie A." (1920) hat seinen Ausdruck in der von Brecht selbst komponierten Musik (zusammen mit Franz Bruinier, der neben Kurt Weill und Hans Eisler zu seinen Mitarbeitern gehörte) und der sehr gefühlvollen Interpretation der deutschen Schauspielerin Angela Winkler ("Die verlorenen Ehre der Katharina Blum") gefunden. Zwei winzige Details wurden übrigens am Text geändert (aus welchem Grund?). Interessant zu entdecken ist die englische Fassung, die David Bowie (!) in dem 1982 gedrehten Fernsehfilm "Baal" (in dem die Wolke bereits 1918 ein Motiv war) singt: hier erinnern der kalte und minimalistische Ton des Banjos sowie Bowies Sprechgesang eher an Stücke aus der "Dreigroschenoper". beide Versionen verdienen unser Interesse und geben zwei verschiedene Interpretationen desselben Textes wieder: die Winkler rührt uns fast zu Tränen, während Bowie -als zynischer Baal- das Don-Juanhafte der Brechtschen Liebesauffassung widerspiegelt. Vielleicht liegt der Sinn des Gedichtes ja genau zwischen diesen beiden Gesichtspunkten: Liebe als ewige Wiederkehr und Vergänglichkeit der Natur. Hier nun der Text (und mein Übersetzungsvorschlag, der Musik angepasst) und die beiden gesungenen Fassungen:     

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
war eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiss, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: ich küsste es dereinst.

Und auch den Kuss, ich hätt ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke dagewesen wâr
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

Souvenir de Marie A.

 

Je me souviens d’un ciel bleu de septembre

Tout près de moi, à l’ombre d’un prunier,

Je le tenais, cet amour pâle et tendre

Un joli rêve qui ne devrait faner.

 

Et dans l’azur, porté par une brise,

Vint un nuage que j’ai aperçu,

Si blanc, si haut et au bout d’une seconde

De mon regard, il avait disparu.

 

Depuis ce jour, le temps a fait naufrage

Et les pruniers sont partis à jamais

Dans ma mémoire, l’amour n’est que chimère,

Ne me demande pas ce qu’il en est.

 

Il est perdu, je ne peux rien y faire

Et même si je comprends ton idée…

Mais son visage a quitté ma mémoire

Je sais seulement que je l’ai embrassé.

 

Et ce baiser, comment le faire revivre,

Si ce nuage ne l’avait pas suivi.

Je m’en souviens, il revient dans mes rêves,

Il était  blanc, si haut et si joli.

 

Et les pruniers, ont-ils cessé de fleurir?

Et cette femme, elle a dû se marier.

Mais ce nuage fleurit dans ma mémoire,

Même si de mon regard, le vent l’a emporté.





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