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10 janvier 2009 6 10 /01 /janvier /2009 16:34
Wie sein Vater, fängt der Jugendliche August Sander (1876-1964) an, in einer Eisenmine ab dem Alter von dreizehn Jahren zu arbeiten. Vor Ort begegnet er einem Berufsfotografen, der sein Interesse hervorruft. 1892 hilft einer seiner Onkel ihm, sich seine erste fotografische Ausrüstung zu kaufen und er richtet sich seine eigene Dunkelkammer ein. August Sander durchläuft Deutschland als industrieller Fotograf und fällt sehr schnell auf: 1904 erhält er eine Medaille auf einer Pariser Ausstellung.
1910 verlässt August Sander Köln und gründet sein eigenes Studio. Er unternimmt dann ein ehrgeiziges Projekt, das er "Menschen aus dem 20. Jahrhundert" betitelt. Eine richtige Chronik, die über ein halbes Jahrhundert zeugt, die Gesamtheit dieser fotografischen Arbeiten stellt Porträts von typischen Deutschen der Weimarer Republik dar. Der Fotograf realisiert 45 Portfolios und ordnet seine Klischees in sieben Gruppen je nach ihrer gesellschaftlichen Stellung: die "Bauern", die "Handwerker", die "Frauen", die "Künstler", aber auch "die großen Städte" und "andere Menschen" (Kriegsveteranen oder Stadtstreicher z.B.). nach seinem Tod 1964 bleibt das Projekt unvollendet. Die erste Veröffentlichung kommt dank seines Sohnes Gunther zu Tage.

Junge Bauern (1914) 

1920 freundet sich August Sander mit den Mitgliedern einer Gruppe avantgardistischer Künstler an (unter ihnen Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle) an. 1927 reist er drei Monate lang mit dem Autor Ludwig Marthar durch Sardinien; er hat die Absicht, ein Buch herauszugeben (ohne Ergebnis). Am Ende des Jahrzehnts veröffentlicht er eine Reihe von sechzig Fotografien, "Gesichter dieser Zeit" betitelt, die aus seinem Projekt "Menschen aus dem 20. Jahrhundert" stammen. 1930 wird sein Werk von den Nationalsozialisten stark in Verruf gebracht, die letzteren erkennen auf den Klischees nicht das Bild des arischen Volkes, das sie suchen.

Arbeitsloser (1928)

Wenn sein Sohn Erich für die Zugehörigkeit zur Bewegung der linksorientierten sozialistischen Arbeiter ins Gefängnis gesteckt wird, führt man in Sanders Wohnung eine Hausdurchsuchung durch und beschlagnahmt seine Bücher. 1944 zerstört eine Bombe einen großen Teil seiner Werke. Glücklicherweise entkommen die Negative der Zerstörung. Während der Befreiung zieht sich Sander nach Kuchhausen in den Westerwald zurück und kann seine fotografische Tätigkeit fortsetzen. Leider werden etwa dreißigtausend Negative bei einem Brand im Januar 1946 vernichtet.
Sander ist in erster Linie Porträtfotograf, aber er wird in seiner Werkstatt im weiteren Verlauf Werbefotos und Architekturfotografien realisieren.
Sein Stil wurde zuerst der Neuen Sachlichkeit zugeordnet, diese Analyse aber später in Frage gestellt (wegen der dokumentarischen Seite seiner Porträts); dennoch bleibt er einer der bedeutendsten Vertreter dieser Kunstrichtung. In seinen Porträts setzt er die Tiefenschärfe ein, die zum Beispiel den Stoff der Kleidung, die Hände und die Accessoires in den Vordergrund stellen....
Sanders Porträts sind gestellt, wirken sorgfältig zusammengesetzt, ohne dass er mit der Bildeinstellung spielt. Sie haben eine sehr kurze Tiefenschärfe, die häufig die Figur von ihrer Umgebung abtrennt und auf den Vordergrund fokussiert. Überdies ging er sehr oft zu seinen Modellen oder auf deren Arbeitsstelle, um seine Aufnahmen zu realisieren.



Zirkuskünstler
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